Pflege
Pflege:
Wenn man mit der Bartagamenhaltung beginnen möchte, sollte man sich überlegen, wie viele Tiere man pflegen will. Bei einem einzelnen Tier ist es empfehlenswert ein Männchen zu halten, da ein einzelnes Weibchen auch ohne eine Verpaarung unbefruchtete Eier entwickeln kann, was vom Halter schwer festzustellen ist.
Bei der Haltung von mehreren Bartagamen ist es ratsam ein männliches Tier mit bis zu drei Weibchen zusammenzuhalten, damit der Paarungsstress für das einzelne Weibchen nicht zu groß ist. Grundsätzlich ist davon abzuraten zwei männliche Tiere zusammenzuhalten, da das innerartliche Territorialverhalten zu ständigen Revierkämpfen führen kann. Im schlimmsten Fall führt dies zum Tod eines der beiden Tieren.
Um eine erfolgreiche Pflege zu garantieren, sollte man sich an den Bedingungen des natürlichen Lebensraumes der Tiere orientieren. Da Sonnenstrahlen das Terrarium in einem unkontrollierten Maß erhitzen können, ist es an einen hellen Platz ohne direktes Sonnenlicht zu stellen. Auch ein Standplatz auf dem Boden ist aufgrund der großen Temperaturschwankungen und Zugluftgefahr ungeeignet. An dem gewählten Standort sollte ein Tag- Nacht- Rhythmus simuliert werden können. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Bartagame keinen Sichtkontakt zu größeren Tieren hat, da diese als Fressfeinde erkannt werden könnten. Ein solch permanenter Stress kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.
Die Beleuchtungsdauer ist dem Jahresrhythmus anzupassen: im Sommer ca. 12 - 14 Stunden und im Winter ca. 7 Stunden. Die Beleuchtung sollte dabei allmählich reduziert bzw. erhöht werden. Die Temperaturen im Winter betragen am Tag 20°C (punktuell 30°C). Nachts ist eine Absenkung bis auf 15°C möglich.Im Sommer liegen die Höchsttemperaturen bei ca. 30°C (punktuell 45 - 55°C). Eine Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur ist ausreichend.
Wenn die Bedingungen stimmen, machen die Bartagamen selbständig eine etwa 3monatige Winterruhe, bei der ein gewisses Maß an Restmobilität aufrecht erhalten wird. Allerdings sollten kranke Tiere keine Winterruhe halten. Bei Jungtieren ab drei Monaten sollte man eine "Pseudo-Winterruhe" mit 6 Stunden täglicher Beleuchtung und reduzierter Grundtemperatur von ca. 20°C ( punktuell 30°C) einhalten. Auch über diesen Zeitraum hinweg sollte den Tieren immer ein Sonnenplatz und frisches Wasser zur Verfügung stehen. Futter ist nicht nötig. Empfehlenswert ist es, vor der Winterruhe eine parasitologische Kotuntersuchung beim Tierarzt durchführen zu lassen, damit man einen eventuellen Befall frühzeitig behandeln kann. Grundsätzlich ist zweimal jährlich eine Kotprobe abzugeben.
Bartagamen bewohnen ein Wüstenterrarium mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 50%. Von einer Luftfeuchtigkeit über 60% ist abzuraten, da dies die Tiere schwächt und zu Pilzinfektionen führen kann.
Täglich ist frisches Wasser in einem Schälchen anzubieten.
Für eine ausreichende Belüftung des Terrariums sollte durch geeignete Lüftungsflächen gesorgt werden. Auf keinen Fall dürfen die Tiere Zugluft ausgesetzt werden
Sollte es einmal notwendig sein, den Tieren Medikamente verabreichen zu müssen, dann ist einiges zu beachten:
Da die meisten Reptilien einen Nieren-Pfortader-Kreislauf haben, in dem das Blut aus der kaudalen Körperhälfte zunächst den Nieren zugeführt wird, sollten Medikamente nie im letzten Körperdrittel, also kaudal der Nieren, appliziert werden.
Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Wirkstoffe, die zum Teil auch nephrotoxisch wirken, in großer Konzentration in die Nieren gelangen und diese schädigen.
Außerdem wird vermutet, dass ein großer Teil der Wirkstoffe ausgeschieden wird, bevor sie im Körper therapeutisch wirksam sind.
Medikamente verringern bei niedrigen Temperaturen u.U. ihre Wirkungsweise, zu hohe Temperaturen schädigen vielleicht das Tier.
Möglicherweise verweilen mehrfach an ein zu kaltes Reptil applizierte Arzneimittel im Verdauungstrakt bis es zu einer Erwärmung kommt, die dann eine schlagartige Resorption schädlicher Dosen herbeiführt.
Hier geht's weiter mit dem Thema Systematik.
Hier geht's zurück zum Thema Nahrung.