Pflege
Wenn man mit der Uromastyxhaltung beginnen will, sollte man sich vorher Literatur besorgen oder was noch besser ist, bei einem Terrarianer vorbei schauen, welcher Uromastyx pflegt und von dem man einige gute Tipps und Ratschläge bekommt.
Es wäre ratsam ein Paar von diesen Echsen in einem der Größe der Tiere angepassten Terrarium zu halten. Grundsätzlich kann man keine 2 Männchen zusammenhalten, da der Stress des innerartlichen Territorialverhaltens zu ständigen Revierkämpfen und dann unweigerlich zum Tod eines der Tiere führen wird.
Um eine erfolgreiche Pflege und Haltung zu garantieren, sollte man sich an den Bedingungen des natürlichen Lebensraumes orientieren.
Der Standort des Terrariums sollte so gewählt werden, dass es möglichst hell steht, ohne dass direktes Sonnenlicht das Terrarium in einem unkontrolliertem Maß aufheizen kann. Auch sollte vermieden werden, dass es direkt auf dem Boden steht, da aufgrund der starken Temperaturschwankungen die Gefahr von Zugluft besteht.
Steine und Wurzeln, die als Einrichtung dienen muss man unbedingt direkt auf den Terrarienboden stellen und so sichern, dass die Tiere diese Gegenstände nicht untergraben können. Denn eine eingeklemmte Dornschwanzagame kann dadurch sehr leicht zu Tode kommen.
Auch sollten die Dornschwanzagamen keinen Sichtkontakt zu größeren Tieren haben, da diese als Fressfeinde erkannt werden und sich so Stress aufbauen könnte, der zum Tode führen kann.
Die Beleuchtungsdauer ist dem Jahresrhythmus anzupassen : im Sommer täglich ca. 12 – 14 Stunden und im Winter ca. 6 Stunden. Die Temperaturen betragen im Sommer am Tag 25° C ( punktuell 50° C ). Nachts können die Werte auf 20° C fallen. Im Winter 20° C tagsüber und nachts 15°C. Die Tiere müssen aber auch im Winter die Möglichkeit haben sich an einem Sonnenplatz aufzuwärmen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass dieser Rhythmus je nach Art verschieden sein kann.
Wenn die Voraussetzungen stimmen, machen die Dornschwänze selbstständig eine Winterruhe von ca. 3 Monaten . In dieser Zeit kann es vorkommen, dass sie an einigen Tagen aus ihrer Höhle kommen um sich aufzuwärmen. In dieser Zeit sollten sie aber nicht gefüttert werden, da die Temperaturen in der Regel zu niedrig sind um das Futter auch zu verdauen.
Kranke Tiere oder frisch gekaufte Wildfänge sollten keine Winterruhe halten.
Wichtig ist eine parasitologische Kotuntersuchung vor der Winterruhe um einen eventuellen Befall rechtzeitig behandeln zu können.
Grundsätzlich sollte zweimal im Jahr ( Frühjahr und Spätjahr ) eine Kotprobe bei einem zuständigen Reptilienarzt abgeben.
Dornschwanzagamen bewohnen Halbwüsten mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit. Dies kann man auch ins Terrarium übertragen, doch sollten die Wohnhöhlen immer eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen. Eine übertriebene Luftfeuchtigkeit kann zu Pilzinfektionen führen.
Für eine ausreichende Belüftung des Terrariums ist zu sorgen.
Sollte es einmal notwendig sein, den Tieren Medikamente verabreichen zu müssen, dann ist einiges zu beachten:
Da die meisten Reptilien einen Nieren-Pfortader-Kreislauf haben, in dem das Blut aus der kaudalen Körperhälfte zunächst den Nieren zugeführt wird, sollten Medikamente nie im letzten Körperdrittel, also kaudal der Nieren, appliziert werden.
Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Wirkstoffe, die zum Teil auch nephrotoxisch wirken, in großer Konzentration in die Nieren gelangen und diese schädigen.
Außerdem wird vermutet, dass ein großer Teil der Wirkstoffe ausgeschieden wird, bevor sie im Körper therapeutisch wirksam sind.
Medikamente verringern bei niedrigen Temperaturen u.U. ihre Wirkungsweise, zu hohe Temperaturen schädigen vielleicht das Tier.
Möglicherweise verweilen mehrfach an ein zu kaltes Reptil applizierte Arzneimittel im Verdauungstrakt bis es zu einer Erwärmung kommt, die dann eine schlagartige Resorption schädlicher Dosen herbeiführt.
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